S.166 LEGEND, Dresden
     
  

Dresden wird eine Großstadt

Unter der Regierung des Königs Johann (1854–1873) hat Dresden hinsichtlich seiner inneren und äußeren Entwicklung und Verschönerung einen bedeutenden Aufschwung genommen.

Das Innere der Stadt ist durch zahlreiche Neubauten verschönert worden, und mit dem schnellen Wachstum der Bevölkerung Schritt haltend, streben die Vorstädte mit ihren Villen immer mehr einer engeren Verbindung mit den nächstliegenden Ortschaften entgegen. Die Ereignisse des Jahres 1866, als Dresden von preußischer Seite als strategischer Punkt mit einem starken, die weitere Entwicklung ernstlich bedrohenden Schanzengürtel umgeben wurde, der in neuester Zeit seinen bedenklichen Charakter wieder verloren hat, haben dieses Aufblühen nur auf kurze Zeit zu hemmen vermocht.

Auch die Wirtschaft wuchs sehr rasch, in den Jahrzehnten nach 1850 entstanden die für Dresden typischen Industriezweige Feinmechanik, Optik und Genussmittel (Schokolade, Zigaretten).

Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 beherbergte die Stadt eine der größten Garnisonen Deutschlands und es wurden viele Kasernen (vor allem im Norden der Stadt) gebaut.

Umfangreiche Verkehrsbauten veränderten das Gesicht der Stadt: zusätzliche Elbbrücken, weitere Bahnlinien und Bahnhöfe wurden gebaut und ein Elbhafen errichtet. 1872 wurde die erste Straßenbahnlinie eröffnet. Dresden erhielt ein neues Opernhaus (1878), ein neues Rathaus (1910) und eine Vielzahl kommunaler Bauten.

Zur Jahrhundertwende war Dresden dank vieler Eingemeindungen mit 500.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Deutschland und trotz der stürmischen Entwicklung konnte das Stadtbild durch behutsame Bauvorschriften seinen Reiz bewahren.





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