S.178 LEGEND, Dresden
     
  

Das Dresdner Schloß

Das Residenzschloss,

gelegen zwischen Theaterplatz, Schlossplatz, Schlossstraße, Taschenberg und Sophienstraße war ehemals Wohn- und Regierungssitz der sächsischen Landesfürsten. Die genaue Entstehungsgeschichte der Vorgängerbauten konnte trotz intensiver Nachforschungen bisher nicht ergründet werden. Es könnte als mittelalterliche Burg entstanden sein. Vermutet wird, dass bereits im 13. Jahrhundert an dem heutigen Standort feudale Baukomplexe existierten. Um 1400 veranlasste Markgraf Wilhelm den Neubau des östlichen Teils des Nordflügels mit dem Hausmannsturm. Ende des 15. Jahrhunderts bis Mitte des 16. Jahrhunderts erfolgte der Umbau der gesamten Schlossanlage zu einem beachtlichen Vierflügelkomplex unter Errichtung einiger Neubauten und es entstand eines der größten Renaissanceschlösser Mitteleuropas. 1530-35 baute Herzog Georg das alte Elbtor in der Achse der Schlossstraße zum sogenannten Georgentor um. Der Erwerb der Kurwürde für die albertinischen Wettiner durch Herzog Moritz infolge der Schlacht bei Mühlberg 1547 gab Anlass, das Schloss wiederum grundlegend umzubauen und zu erweitern. Den Kern des Schlosses bildet die bereits erwähnte Vierflügelanlage. Der Westflügel ist vom Theaterplatz aus sichtbar. Der Nordflügel, durch einen Übergang zur Hofkirche verbunden, wird durch diese weitgehend verdeckt. Der Ostflügel bildet die Front zur Schlossstraße. Der Südflügel trennt den großen Schlosshof von einem kleinen. Die ehemalige Einfahrt innerhalb eines Torhauses befindet sich an der Ostseite. Südlich schließen sich Bauteile des späten 19. Jahrhunderts an. Schon um 1560 befand sich im Schloss die Kunstkammer mit wertvollen Ausstellungsstücken. Diese Ausstellung wurde im frühen 18. Jahrhundert in einzelne Sammlungen aufgegliedert und als "Geheime Verwahrung" im Erdgeschoss des Westflügels (seit 1572 als "Grünes Gewölbe" bezeichnet) präsentiert. Die Kunstsammlung "Grünes Gewölbe" befindet sich derzeit noch im Albertinum. Im 18. Jahrhundert wurde das Renaissanceschloss zu einem Barockschloss umgebaut. Rege Bautätigkeit gab es dann wieder seit 1833 unter König Friedrich August II, u. a. erfolgte die Aufstockung des Georgentors. Auch König Johann und später König Albert veranlassten Um- und Ausbauten am Schloss sowie neubarocke Raumgestaltungen. Weitere bauliche Erweiterungen erfolgten in den Jahren1889 bis 1901, wobei einige Architekturelemente wie Erker und Giebel stark vom Historischen abwichen. Die repräsentative Umgestaltung des Georgentors bildete den baulichen Abschluss. Im Schlosskomplex waren somit auch Stilrichtungen wie Neurenaissance, Neubarock und Jugendstil vertreten. 1933 öffnete das Schlossmuseum seine Pforten.

Am 13. Februar 1945 wurde das Residenzschloss durch Bombenangriffe in hohem Maße zerstört. Lediglich die Räume des "Grünen Gewölbe" blieben relativ unbeschadet. In der Folgezeit wurden vorerst der Hausmannsturm gesichert und einige Notdächer errichtet. In den sechziger und siebziger Jahren erfolgten provisorische Wiederherrichtungsarbeiten an verschiedenen Schlossbereichen. 1985/86 begann der umfassende Wiederaufbau des Residenzschlosses. Einige Teile wurden bereits fertiggestellt. Bis zur 800-Jahr-Feier Dresdens im Jahr 2006 sollen die Außenarbeiten am Schloss abgeschlossen sein. Doch ist geplant, schon vorher Museen im Inneren des Schlosses zu eröffnen. Unter anderem finden Teile der Staatlichen Kunstsammlungen, Münzkabinett und Kupferstichkabinett einen Platz im Schloss. Auch wenn der vollständige Ausbau des "Grünen Gewölbe" noch nicht abgeschlossen ist, soll die Ausstellung bereits 2003 im 1. Obergeschoss des Westflügels einziehen. Direktion, Verwaltung, Werkstätten und Zentralbibliothek werden sich im Südflügel einrichten. Der vollständige Wiederaufbau des Residenzschlosses wird auf Grund sehr aufwendiger und kostenintensiver Baumaßnahmen noch ca. 20 Jahre in Anspruch nehmen. Trotz laufender Baumaßnahmen besteht jedoch die Möglichkeit, Teilbereiche des Schlosses zu besichtigen.





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