S.179 LEGEND, Dresden
     
  

Der große Garten

Der Große Garten - Höfischer Lustgarten

Der Lustpark wurde 1676 durch den Kurfürsten Johann Georg II. angelegt. Er lies im Schnittpunkt der beiden Achsen, Mittel- und Querallee, durch den Oberlandmeister Johann Friedrich Karcher aus verschiedenfarbigen Sandstein ein nur für Hoffestlichkeiten bestimmtes Gartenpalais im Stiele der italienischen Renaissance erbauen (1619-80), später erweitert, 1716 durch August den Starken zu einer Fasanerie eingerichtet. Weiterhin wurde durch August der Starke östlich des Palais ein 2 ha grosser Spiegelteich angelegt welcher mit einer Kastanienallee umpflanzt wurde. Zur gleichen Zeit lies er im Palaisviereck 8 Pavillons entstehen. Nachdem der Park in den nepoleonischen Kriegszeiten sehr gelitten hatte, wurde er 1816-17 wieder in alter Pracht hergerichtet. Im Jahre 1873 wurde er in Verbindung umfangreicher Instandsetzungs- und Erweiterungsarbeiten als Freizeit- und Erholungspark dem Publikum freigegeben. Der Garten hat, nach dem 1873 und 1892 einige Felder zugekauft worden waren, 160 Hektar Fläche und wird von mehreren Alleen durchschnitten. Der ursprünglich im Stil der Renaissance konzipierte Garten wurde in den folgenden Jahrhunderten durch verschiedene Landschaftsarchitekten beeinflusst. Der Grosse Garten hat eine Länge von 1900 und eine Breite von 950 Metern. In ihm sind noch heute prächtige 100 jährige Eichen zu bestaunen, weiterhin ist der Park reich an verschiedenartigen Anpflanzungen unterschiedlicher Stauden und Gewächse.

Vor dem Palais ist eine schöne Gartenanlagen, in der Mitte eine Marmorgruppe, - Die Schönheit von der Zeit entführt -, von Balestra; an der Freitreppe Asklepius mit dem Knaben Telesphorus und Silen mit dem kleinen Bacchus; am Eingang zum Mittelteil zwei Nymphen raubende Zentauren von Corradini. In zwei der das Mittelteil umgebenden acht Pavillons befinden sich Wirtschaften, in einem Pavillon eine Konditorei. Ausserdem sind noch Gastwirtschaften am Eingangstor in Richtung der Stadt zu finden und am entgegengesetzten Tor, Picardie genannt (nach einem früheren Pächter Pickart), am Dammweg die Grosse Wirtschaft und am Carola-See das Carolaschlößchen.

Hinter dem Palais ein Teich mit einem Hochstrahl (dahinter eine Marmorvase von Corradini: Coriolan, den Mutter und Qattin um Schonung Roms anflehen). Die Fläche von dem über 30 000 qm grossen, auf dem Geländer einer ausgebauten Kiesgrube entstandenen Carolasee, diente schon vor Jahrzehnten im Winter zum Schlittschuh laufen und im Sommer als Gondelteich. Am östlichen Teich befindet sich das Carola-Schlösschen, eine vortrefflich geleitete Gastwirtschaft. Unweit des ersteren Teiches (Eingang zwischen den Pavillons C und D) ein Naturtheater, in dem im 18. Jahrhundert Schäferspiele etc. vor dem Hof aufgeführt wurden. - Die äussern Teile des Grossen Gartens sind mit prachtvollen alten Bäumen bestanden. Nach SO grenzt an den Grossen Garten der Zoologische Garten an, mit schönem Tierbestand und prächtigen alten Bäumen sowie zwei Gurtswirtschaften. Zu erwähnen wäre da noch der sehenswerte Botanische Garten im Nordteil des Grossen Garten. Er beherbergt 100te von exotischen Pflanzen aus aller Welt und wird heute durch die TU Dresden betreut und bewirtschaftet.

So eine Beschreibung aus dem Jahre 1911 im Meyers Reisebücher (neunte Auflage) ergänzt mit Ausführungen aus dem Buch " Dresden das Buch der Stadt" 1924

Heute befinden neben einem Landschaftspark im englischen Stil, ein barocker Lustgarten in französischer Manier, in dessen Mitte das Palais im Grossen Garten steht, das erste Bauwerk des sächsischen Barock.

Kommen Sie zwischen April und Oktober in den Grossen Garten, so erleben Sie noch einen Höhepunkt: Dresdner Schüler stellen, als Eisenbahner angezogen und ausgestattet, das Bahnpersonal der "Dresdner Parkeisenbahn" . Gönnen Sie sich einen Spaziergang unter alten Bäumen, fragen Sie nach dem Programm der "Freilichtbühne Grosser Garten", des barocken "Parktheater" oder des "Puppentheater Sonnenhäusel" . Geniessen Sie eine Gondelpartie auf dem Carolasee oder überzeugen Sie sich selbst, warum der Dresdner Zoo bei jung und alt so beliebt ist. Der Botanische Garten bietet Besuchern das ganze Jahr über eine Vielfalt von erstaunlichen Entdeckungen.





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