S.196 LEGEND, Dresden
     
  

Der Pflaumentoffel

 

Der Dresdner Pflaumentoffel ist den kleinen, oft erst sieben Jahre alten Schlotfegerjungen mit Umhang und Leiter nachgebildet, die mit ihren Kehrbesen in die Kamine klettern mussten, um sie von innen zu reinigen.

Später, nachdem sich die Reinigung der Feueressen mit dem Ableinbesen durchgesetzt hatte, und die Schornsteinfegerlehrlinge mindestens 18 Jahre alt sein mussten, veränderte sich auch der Pflaumentoffel. Der Besen fiel weg, aus dem schwarzen Umgang wurde eine goldene »Halskrause« und auf dem Kopf sitzt ein Zylinderhut. So sieht er noch heute aus.

Die erste Notiz über das »Männchen aus Backpflaumen« gab es zu Weihnachten 1801. Viele arme Familien bastelten oft aus bitterer Not zu Hause Pflaumentoffel, und die Kinder mussten diese dann zwischen den Buden, bei Wind und Wetter, bei Dunkelheit, Nässe und Kälte verkaufen. Seit 1850 wurde dieser kindliche Verkaufshandel angeprangert, zunehmend eingeschränkt und schließlich 1910 endgültig untersagt.

Heute entstehen Pflaumentoffel in gewerblicher Serienproduktion und werden als »Original Dresdner Pflaumentoffel« und als Glücksbringer verkauft.





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