S.189 LEGEND, Dresden
     
  

Erfinder

 

Der Akten-Dulli (auch Heftstreifen genannt) wurde 1939 von dem Chemnitzer Carl Kohl entwickelt. Er meldete einen "Aufreiher für Blattsammlung mit federndem Mittelteil" als Gebrauchsmuster an. Heute ist der Akten-Dulli aus Büros und Verwaltungen nicht mehr wegzudenken, auch wenn er nicht mehr aus Pappe, sondern Kunststoff hergestellt wird.

  

Die Auto-Union entstand 1931 durch die Vereinigung der vier bedeutenden deutschen Automobilmarken AUDI, DKW, HORCH und WANDERER. Die Auto-Union wurde so zum zweitgrößten Automobilkonzern Deutschlands und hatte ihren Sitz in Chemnitz.

  

Der BH wurde von Christine Hardt aus Dresden erfunden.
Am 5. September 1899 meldete sie beim Kaiserlichen Patentamt ein "Frauenleibchen als Brustträger" an. In der Patentschrift Nr. 110888 steht geschrieben, dass "dasselbe von seinem verstellbaren Träger behufs Waschens getrennt werden kann." Die verstellbare Träger, von denen das Leibchen abgenöpft werden konnte, waren allerdings noch ganz normale Männerhosenträger. Wenn das gute Stück auch noch nicht als Bikini-Oberteil einsetzbar war -immerhin- der Anfang war gemacht.

 

Der Bierdeckel in seiner heutigen Form kommt auch aus Sachsen.
Der Dresdner Robert Sputh erhielt 1892 das Patent 68499 für sein Verfahren zur Herstellung von sog. Faserguß-Untersetzern. Er goß einen Papierbrei in Formen und ließ diese über Nacht trocknen. Die Untersetzer hatten einen Durchmesser von 107 mm und waren 5 mm dick. Schnell setzten sich die in der Sputh-Mühle bei Sebnitz hergestellten, saugfähigen und hygienischen Pappscheiben gegenüber den früher üblichen Filz-Untersetzern durch.

 

Der Bildtelegraph entstand entscheidend durch August Karolus, Professor für angewandte Physik an der Universität in Leipzig. In Zusammenarbeit mit den Unternehmen Siemens und Telefunken wurde 1927 der erste Bildübertragungsdienst Berlin-Wien möglich.

  

Das erste vollsynthetische Feinwaschmittel erfand 1932 Heinrich Gottlob Bertsch (1897 - 1981) in Chemnitz. Unter dem Namen Fewa ist es vielen ehemaligen DDR-Bürgern noch in Erinnerung.

 

Die Melitta-Filtertüte ließ die Dresdener Hausfrau Melitta Bentz 1908 patentieren. Sie störte sich daran, daß der letzte Schluck aus der Tasse stets mehr Kaffesatz als Kaffee enthielt. Aber Not macht bekanntlich erfinderisch.
Sie durchlöcherte den Boden eines Messingtopfes und legte darauf ein Löschblatt aus dem Schulheft ihres ältesten Sohnes. Der Kaffeefilter war erfunden. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Hugo gründete sie die Firma Melitta Bentz zur Produktion der Neuheit.

 

Die ersten Gaslaternen in Europa erhellten 1811 die Fischergasse von Freiberg. Wilhelm August Lampadius (1772-1842), der an der Bergakademie lehrte, beschäftigte sich mit der Brennstoffveredlung . Die erste Gasanstalt auf dem europäischen Festland gewährleistete 1815 die Beleuchtung im Amalgierwerk Halsbrücke bei Freiberg.

 

Die Göltzschtalbrücke ist die größte Ziegelsteinbrücke der Welt.
Sie ist 78 m hoch, ihre Länge beträgt 574 m. Zu ihrem Bau wurden ca. 26 Millionen Ziegel verwendet. Die Brücke wurde 1846 bis 1851 durch das Sächsisch - Bayrische Eisenbahnunternehmen im Zuge der Bahnstrecke Leipzig - Nürnberg errichtet. Konstruiert wurde sie von Johann Andreas Schubert.

 

Die Kleinbildkamera "Contax" war die erste Kleinbildkamera 24mm x 36mm für perforierten Film, die von der Dresdner Zeiss-Ikon 1932 auf den Markt gebracht wurde. 1949 folgte beim VEB Zeiss-Ikon in Dresden die "Contax S" mit eingebautem Umkehrprisma und seitenrichtigem Sucherbild. Die "Kine Exakta" aus dem Ihagee-Kamerawerk in Dresden war 1936 die erste einäugige Kleinbild- Spiegelreflexkamera der Welt. Mit dieser Kamera waren Belichtungszeiten zwischen 0,001 s und 12 s möglich.

 

Im Jahre 1993 wurde der weltweit erste FCKW- und FKW-freie Kühlschrank Foron KT 1370 RZ hergestellt. Er ist eine Entwicklung der Foron Hausgeräte GmbH in Scharfenstein, einem kleinen Industrieort des sächsischen Erzgebirges. Idee und Vorarbeiten stammen von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, die als Klimakiller berüchtigten Stoffe Fluorchlorkohlenwasserstoff und Fluorkohlenwasserstoff aus der Produktion von Kühlgeräten zu verbannen. Für diesen Kühlschrank erhielt FORON den Deutschen Umweltpreis 1993.

 

Der Lodenmantel ist aus der bayerischen Nationaltracht nicht mehr wegzudenken. Das Allwetter-Bekleidungsstück entstand im Geschäft von August Loden in Dresden, Kesselsdorfer- Ecke Kronprinzenstraße.

  

Die 1. deutsche Lokomotive "Saxonia" wurde von Johann Andreas Schubert konstruiert und in der Schiffswerft Dresden-Uebigau gebaut. Auf dem Führerstand der "Saxonia" nahm er am 8. April 1839 an der Eröffnungsfahrt der Leipzig-Dresdner Eisenbahn, der ersten Fernbahn Deutschlands, teil.

  

Der mechanische Webstuhl wurde von Louis Ferdinand Schönherr erfunden. Die Schönherrsche Maschinenfabrik in Chemnitz hatte 1887 schon 30.000 Webstühle produziert, einen bedeutenden Teil davon für den Export.

 

Das künstliche Mineralwasser ist die wissenschaftlich exakte Nachbildung des natürlichen Mineralwassers durch den Doktor der Medizin, Friedrich Adolph Struve. 1821 entstand in Dresden die erste einer Reihe von Struveschen Trinkkuranstalten des In- und Auslandes.

  

Das ODOL-Mundwasser ging 1892 im Dresdner Chemischen Laboratorium Lingner, der späteren Lingner-Werke AG, in Produktion. Karl August Lingner war ein Förderer der Volkshygiene; er initiierte die Große Internationale Hygieneausstellung 1911 sowie das Deutsche Hygienemuseum in Dresden.

 

Die Nähwirktechnik wurde von Heinrich Mauersberger 1949 in Limbach-Oberfrohna erfunden. Er entwickelte zusammen mit Textilmaschineningenieuren den Prototyp einer Nähwirkmaschine vom Typ Malimo. Die Serienproduktion der entsprechenden, sehr produktiven Maschine begann 1957.

 

Der Nullenzirkel mit feststehender Achse (1874) sowie die Punktierfeder wurden von dem gelernten Uhrmacher Emil Oskar Richter aus Chemnitz erfunden. Die hohe Präzision der Erzeugnisse der Firma "Reißzeugrichter" setzten Standards in der Reißzeug-Herstellung auf der ganzen Welt.

 

Plauener Spitze machte den Namen der vogtländischen Stadt im In- und Ausland schnell bekannt und zu einem Qualitätsbegriff. Die maschinengestickte Tüllspitze wurde um 1880 unter anderem vom Plauener Kaufmann Bickel entwickelt. 60000 Vogtländer stickten zu Beginn des 20. Jahrhunderts Produkte im Gesamtwert von 137,9 Millionen Goldmark. Auf der Weltausstellung 1900 in Paris erhielten elf Stickereifirmen aus dem Vogtland den Grand Prix für das unter dem Namen "Plauen Lace" oder "Dentelles de Plauen" bekannte Erzeugnis.

 

Das Porzellan wurde von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651-1708) und Johann Friedrich Böttger (1682 bis 1719) im Jahre 1708 erfunden.
1710 ließ der sächsische Kurfürst und polnische König "August der Starke" (1670 bis 1733) auf der Albrechtsburg in Meißen die erste europäische Porzellanmanufaktur errichten.

 

Die sächsischen Postmeilensäulen wurden von Adam Friedrich Zürner auf Anweisung des sächsische Kurfürsten "August der Starke" errichtet. Als Viertel-, Halb- und Ganzmeilensäulen an den Poststraßen und als Distanzsäulen an Marktplätzen und Stadttoren errichtet, zeichnete sich dieses sächsische System gegenüber anderen durch die landesweite Durchsetzung, die hohe Genauigkeit der Messungen und die reiche Säulengestaltung aus.

Eine sächsische Postmeile beträgt 9,062 km, das entspricht einer Entfernung von zwei Stunden. Alle Entfernungsangaben an den Säulen erfolgten in Stunden, man findet also keine Längenangaben. Noch mal zur Erinnerung: Einer Stunde entspricht eine Länge von 4,531 km.
Das an der Postmeilensäule angebrachte Doppelwappen dokumentiert August's Würde als sächsischer Kurfürst und polnischer König in Personalunion. Die Initialien "AR" stehen für Augustus Rex und das Posthorn zeigt die staatliche Posthoheit an.
Heute findet man in Sachsen noch rund 60 Distanzsäulen und etwa 200 Meilensäulen.

 

Die Silbermannorgel ist das Werk der Orgel- und Klavierbauerfamilie Silbermann im erzgebirgischen Frauenstein. Die bedeutensten waren Andreas Silbermann als Erbauer vieler Orgelwerke im alemannischen Bereich und Gottfried Silbermann, der berühmte Orgeln in Sachsen baute.

 

Die erste Tageszeitung der Welt erschien am 1. Juli 1650 in Leipzig.
Zwei Jahre nach Ende des 30-jährigen Krieges, wandelte der Leipziger Drucker und Buchhändler Timotheus Ritzsch seine bereits seit 1643 vier Mal in der Woche erscheinende »Wöchentliche Zeitung«, in eine Tageszeitung um. Die »Einkommende Zeitungen« erschien ab 1650 sechs Mal in der Woche. Jede Ausgabe bestand aus vier Seiten im Format von etwa 13,5 mal 17 Zentimetern. Die Auflage betrug etwa 200 Exemplare. Gesetzt waren die »Einkommenden Zeitungen« in Metall-Lettern, gedruckt wurden sie auf einer hölzernen Druckerpresse von Hand.

 

Der Teebeutel kam 1929 erstmals auf den Markt und zwar durch das Teekanne-Stammhaus R. Seelig & Hille in Dresden, das auch die für die Produktion der Teebeutel erforderlichen- von Adolf Rambold entwickelten - Packmaschinen herstellte.

 

Die älteste technische Hochschule der Welt ist die 1765 vom sächsischen General-Bergkommissar von Heynitz gegründete Bergakademie in Freiberg.

 

Die Grundlage für die Thermoskanne schuf der Chemnitzer Lehrer Adolf Ferdinand Weinhold. Er entwickelte 1881 in physikalischen Laborversuchen ein Thermosgefäß. In seinem Lehrbuch "Physikalische Demonstrationen" beschrieb er eine Vakuum-Mantelflasche zu Laborzwecken. Reinhold Burger aus Pankow griff diese Idee auf und ließ am 1. Oktober 1903 die Thermoskanne patentieren.

 

Als erstes deutsches Tonband gilt das "singende Papier" des Dresdner Ingenieurs Fritz Pfleumer. Es erhielt das Reichspatent 500 900. Das mit Metallpulver beschichtete Papierband wurde später vom strapazierfähigeren Celluloid-Band abgelöst.

 

Die erste Trommelwaschmaschine der Welt entstand 1902 im Unternehmen von Louis Krauss im sächsischen Schwarzenberg. Die Firma setzte sich in den Folgejahrzehnten an die Spitze der deutschen Waschgeräteproduzenten.

 

Der Deutsche Weinbrand wurde in der 1842 von Brennmeister Christian Traugott Hünlich gegründeten ersten deutschen Cognac-Brennerei im sächsischen Wilthen gebrannt. Zur Weltausstellung 1900 in Paris gab es dafür eine Goldmedaille. Das Erzeugnis mußte später zur Unterscheidung vom französischen Original als "Deutscher Weinbrand" gekennzeichnet werden.

 

Die Zahncreme, wie wir sie heute kennen, wurde 1907 vom Dresdner Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg erfunden. Unter dem Namen Chlorodont erlangte die Zahncreme Weltruhm. Vorher verwendeten die Menschen Zahnpulver auf Kreidebasis oder spülten mit Mundwasser. Einen Vorläufer der Zahncreme, die Zahnseife, entwickelte der Apotheker Adolf Heinrich August Bergmann aus dem sächsischen Waldheim bereits im Jahre 1852.

 





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