S.190 LEGEND, Dresden
     
  

Unsere Sprache

"Die Oesterreicher und Bayern verstehen die Thüringer und Sachsen nicht, sonderlich die Niederländer... Die oberländische Sprache nimmt den Mund voll und weit, und lautet hart. Aber die sächsische Sprache gehet fein leise und leicht ab."

Wer das gesagt hat? ... ein Sachse natürlich: Martin Luther!

 

Sie wollten schon immer mal in den Osten Deutschlands fahren, haben aber Angst, über die Sprachgrenze zu stolpern?

Kein Problem. Wir rüsten Sie hiermit für Ihren Ostdeutschland-Urlaub auf.

So geht`s: "Aus hard wird weech"

  1. te ist  ein dee
  2. ka ist ein gee
  3. pe wird zum babschem be
  4. ei und ö wird zu eee
  5. er wird zu or

 ... also immer alles "scheen babbsch" blabbern, dann glabts!

 

  • ä Rungksen - ein großes Stück Brot
  • ä Schälchn Heeßes - eine Tasse Kaffee
  • Abernmauke - Kartoffelbrei (in Oberlausitz)
  • affen - sich zieren, vornehm tun
  • Ahrborn - Kartoffeln
  • Arbernbabbe - Kartoffelbrei
  • anscheuseln - sich verkleiden, ankleiden
  • anhibschen - vornehm anziehen, sich schön machen
  • Asch - größeres (wannenartiges) Gefäß, Schüssel
  • ausbaldowern - auskundschaften, herausbekommen
  • aushäggn - was (ein Streich) ausdenken
  • ausgenuddld - ausgeleiert
  • auskäsen, ausmären - sich beeilen, endlich fertig werden
  • Bäbe, Bääbe - Aschkuchen (eine Art Sandkuchen bzw. Napfkuchen)
  • babbeln, Gebabbel - plaudern, sich oberflächlich unterhalten
  • babsch, babsches - weich, weiches
  • Baggasche - Pack, Gesindel
  • barmen, - klagen, jammern
  • Bammbs - Brei, Mus
  • bammln - hängen
  • bebbln - Fußball spielen
  • bedeppert - betroffen, verduzt, überrascht
  • beduddeld - betrunken, angetrunken
  • beebln - herumfummeln
  • Bemme, Bämme - (bestrichene) Brotscheibe
  • bibborn - zittern (z.B. vor Kälte)
  • bichln - einen trinken, einen heben
  • Binunnsen - Geld
  • Bläddbredd - Bügelbrett
  • blähgn - schreien
  • Blembe, Blämbe - dünner Kaffee, dünne Suppe, geschmacklose oder nicht schmeckende Flüssigkeit
  • Bliemschen - Kaffee mit viel Milch
  • Bliemchenkaffee - dünner Kaffee, Malz-, Ersatzkaffee
  • Blinnsn - flacher, dünner Kuchen in Pfanne gebraten (Eierkuchen)
  • Boddn - große Schuhe
  • Däähds - Kopf
  • Daheeme - Zuhause
  • Dämel, Dämlak - Dummkopf, Trottel
  • Dämse, Dähmse - Gewitterschwüle, drückende Hitze
  • didschn, diddschn - eintunken, etwas eintauchen (und dadurch aufweichen)
  • diggschn - schmollen, sich trotzig verhalten
  • Dieschl - Tiegel, Bratpfanne
  • Dreesch - starker (kurzer) Regen
  • dreeschen - regnen
  • Drähdr - Schuhe
  • Dussel - Trottel, dumme Person
  • dusseln, dussln - ausruhen, vor sich hin träumen
  • (nu) ei verbibbsch - na so etwas
  • einkoofen - einkaufen
  • escha - nicht doch (Verneinung)
  • Essenkehrer - Schornsteinfeger
  • Fäddzn - alte oder schmuddlige Kleidung
  • fänsen, feensen - (grundlos) weinen, heulen
  • Feddbemme - Fettschnitte
  • fitscheln - lange und nutzlos hin- und herbewegen, z.B. mit einer Säge
  • Flatschen - ausgedehnter, großer Fleck
  • Flebben - Fahrerlaubnis in der Umgangssprache
  • Fleppe - trotzig, weinerlich verzogener Mund
  • Flieschor - Flugzeug
  • Floddr Oddoh - Durchfall
  • Flunsch - trotzig, weinerlich verzogener Mund
  • Frosthucke, Frostmemme - jemand der leicht friert
  • fuchtig - wütend, zornig
  • Funnsl - spärliche Beleuchtung, (Taschen-) Lampe
  • Gaatschen, Gaatschn - Geschwätz, Rederei, auch breites, gedehntes sprechen
  • Gagsch, Gaksch - Spaß, Jux, Witz, Ausgelassenheit
  • gäkig - blass, bleich, kränklich aussehend
  • Gäsehitsche - Schlitten, mickriges Auto
  • Gelummbe - Sachen, Gepäck
  • gieksen - jemandem mit einem spitzen Gegenstand stechen
  • Gindr - Kinder
  • gloddsn - schauen, auch guggen
  • Glubbschoochn - (große) Augen
  • Glubschn - Augen
  • Griebsch - Überrest eines gegessenen Apfels, Kerngehäuse vom Apfel
  • Gunks, gunksen - Stoß, stoßen
  • Gusche - Mund
  • Hader - Scheuerlappen
  • hiefrig - schwächlich, unterentwickelt
  • Himmel(s)miezchen - Marienkäfer - (in Kohrener Land, Chemnitz) - (siehe auch: Modschekiebchen)
  • Hitsche, Hütsche - Fußbank
  • Hornstsche - alte Bude, kleine Wohnung
  • iezch - zornig, wütend
  • illern - heimlich, verstohlen gucken
  • Klitscher - Quarkkeulchen
  • kiefig - unfreundlich, böse, gereizt
  • Klansch - schmierige, feuchte, weiche Masse
  • knatschen - ständig jammern, wehleidig sein
  • Kriepel - Bezeichnung oder Schimpfwort für Personen, Tiere, Dinge
  • kutteln - schnell und hastig trinken
  • Laatschen - Hausschuhe, Pantoffeln
  • lawede, laweete - alt, wackelig, kaputt
  • lunschen, illern  - abkucken
  • Lorche - mieses Getränk, dünner Kaffee
  • lurksen - dummes Zeug reden
  • Lusche - Spielkarte ohne Zählwert, trottliger Mensch
  • Machenses hibsch! - Auf Wiedersehen!
  • mären, rummären - trödeln, bummeln oder langatmig erzählen
  • Mauke - Mus, Brei, insbesondere Kartoffelbrei
  • Mauken - Füße, insbesondere Stinkmauken (Stinkfüße)
  • Mengänke - Durcheinander, Verwirrung, Gemisch
  • Modschekiebchen,  - Marienkäfer 
  • Muckefuck - Ersatzkaffee, dünner Bohnenkaffee
  • muddeln - langsam, nicht zielstrebig arbeiten
  • Muzel - Staubflocke, kleines Fussel, kleine Feder
  • muzeln - fusseln
  • ningeln - ständig leise weinen, kläglich jammern
  • Nischl, Nischel - Kopf
  • nu - ja
  • nuddelt, Radio nuddelt - Radio läuft
  • ooch - auch
  • Oochn - Augen
  • Palavern - Gerede, Geschwätz
  • pichl`n - einen trinken
  • Plins`n, Plinsen - flacher, dünner Eieruchen in Pfanne gebraten
  • Raasche, in Raasche  - Jähzorn, Aufregung, Wut
  • Rabbaz - Unruhe, Lärm machen
  • Radschoh, Rahdscho - Radio
  • Ränftel - Anfangs- und Endstück des Brotes
  • rankern - unruhig sitzen oder liegen
  • Rennsemmln - bequeme Schuhe, Sportschuhe
  • rumblähgn - herumschreien
  • rumguddschn - unterwegs sein, z.Bsp. mit dem Auto
  • rumwurschteln - kramen, etwas machen
  • Runks - ungehobelter Kerl, Grobian
  • Runksen - große Brotscheibe
  • Schderze - Topfdeckel
  • Schebbdäggl - Schirmmütze
  • Schlaz - großer Riß im Gewebe
  • Schmieche - Gliedermaßstab (Zollstock)
  • Schulldschung - Entschuldigung
  • schwäbborn - vergießen, was verschütten
  • schwoofen - ausgehen, tanzen gehen
  • spillerich - schwächlich, mager
  • Striezel - Weihnachtsstollen
  • trieseln - Getricktes auftrennen
  • urschn, urscheln - verschwenderisch mit etwas umgehen
  • verblembern - etwas vergeuden, sinnlos vertun (z.B. Zeit)
  • vorrsiebm - verlegt, verbummelt
  • (dä) wännsdorr - die Kinder
  • wemer - wenn man

 





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