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Erste-Hilfe vor Ort

Diese Seite dient nur der groben Vor-Orientierung, was bei Notfällen zu tun ist und darf nicht als Ratgeber verwendet werden. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr! Bei akuten Notfällen muß deshalb immer eine andere Hilfe (Rat eines Experten etc.) gesucht werden!

Druck-Ansicht       

Verpflichtende „Lebensrettende Maßnahmen“:

Jeder, der eine reglose Person auffindet, ist verpflichtet, nach bestem Wissen unverzüglich mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu beginnen, da er sich ansonsten der » unterlassenen Hilfeleistung schuldig macht. (Ausnahmen sind Körper, welche bereits starke Anzeichen einer Verwesung aufweisen oder Verletzungen, die mit dem Leben unvereinbar sind.)

Einmal begonnen ist die Herz-Lungen-Wiederbelebung ohne Unterbrechung bis zum Eintreffen von Hilfe fortzuführen, über einen Abbruch der Maßnahmen entscheidet nur ein Arzt! (Ausnahme ist die Unterbrechung der Maßnahmen wegen gesundheitlicher Belastung).

Was ist „Lebensrettend“?
  • Kontrolle der Vitalfunktionen (Bewusstsein, Atmung, Kreislauf) in regelmäßigen Abständen,
  • Überwachung auf Schock,
  • Erhaltung der Körperwärme, z.B. mit Hilfe einer Rettungsdecke oder Kleidungsstücken.
Ersthelfer-Maßnahmen:
  • Eigenschutz beachten und Unfallstelle absichern
  • Notruf absetzen oder veranlassen
  • Den Patienten schonend aus dem Gefahrenbereich bringen; wenn möglich, in einen Raum mit Zimmertemperatur, mindestens an einen windstillen Ort
  • Den Patienten flach lagern und wenig bewegen oder, wenn möglich, vollständig immobilisieren (= bewegungsunfähig lagern) - sofern die Diagnose keinen anderen Schluß zuläßt (siehe weiter unten: kardiogener Schock als Folge eines Herzinfarktes unter "Schock") 
  • Wärmeerhalt, d. h. Patienten mit Wolldecken zudecken oder einwickeln. Das gilt auch im Sommer: Schock-Patienten können wegen des mangehaften Kreislaufs auch bei warmer Witterung unterkühlen!
  • Eine Rettungsdecke nie direkt auf die Haut bringen, diese ist dann wegen fehlender Isolationswirkung nutzlos
    (siehe dazu auch: » Wozu braucht man ... ).
  • Zunächst nur den Körper (entsprechend dem zentralen Kreislauf) mittels Decken etc. aufwärmen.
  • Nicht die Extremitäten aufwärmen, da sonst der sogenannte „Bergungstod“ droht.
  • Ständige Kontrolle der Vitalfunktionen.
  • Betreuen des Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. 
Die „Trockene Wundbehandlung“ (Ersthelfer):

Als trockene Wundbehandlung bezeichnet man die Behandlung von Wunden mittels trockener, steriler Verbände. Der klassische Wundverband besteht aus a) einer sterilen Wundauflage aus trockenen Geweben, wie etwa Baumwollkompressen, darüber bei druckempfindlichen Stellen b) eine zusätzliche Polsterung (etwa aus Watte) oder bei stark nässenden Wunden c) zusätzliche Kompressen. Dies wird meist mit Mullbinden oder selbstklebendem Material fixiert.

Der trockene Wundverband soll Blut und Wundsekret aufnehmen, die Wunde vor dem Eindringen von Fremdkörpern
und Krankheitserregern schützen und mechanische Belastungen vermindern. Dabei soll aber das Entstehen anaerober (= sauerstoffarmer) Wundverhältnisse vermieden werden!

Achtung: bei starken Blutungen muß ein Druckverband angelegt werden (siehe unten)!

Der Vollständigkeit sei hier noch die "feuchte Wundbehandlung" erwähnt: sie kommt aber nur bei der Krankenhausversorgung bzw. Pflegeversorgung zum Einsatz. Das Ziel ist es, ein ideales Wundheilungsmilieu durch Schutz der Wunde vor Austrocknung und eindringenden Keimen zu schaffen sowie den ungehinderten Austausch von Gasen und Wasserdampf zu gewährleisten. 

Was sind „Vitalfunktionen“?

Als Vitalfunktionen werden in der Medizin die lebenswichtigen Vorgänge bei Wachheit oder „Bewusstsein“ (wie es Mediziner verstehen) sowie Atmung und Kreislauf bezeichnet.

Atemstillstand - wirklich?

Manchmal besteht nur ein Atemstillstand, weil der Patient am Rücken liegt und die Zunge die Atemwege verlegt.
Die wichtigste Erstmaßnahme ist immer das Freimachen der Atemwege!

Freimachen der Atemwege:

verschlossene Atemwegefreie Atemwege(Abbildung: Atemwege am Kopfschnittmodell, links vor, rechts nach Überstrecken des Kopfes = verschlossene Atemwege / freie Atemwege!)
 

In neutraler Kopfposition fällt beim liegenden Patienten die Zunge in den Rachenraum zurück und verlegt die Atemwege. Um eine Atmung oder Beatmung zu ermöglichen muss daher der Kopf überstreckt werden. Weitere Maßnahmen zur Sicherung der Atemwege sollten vom Laien nicht durchgeführt werden.

Vorüberlegung zum Thema Blutungen

Bei einem Volumen von 5 bis 6 Litern Blut ist das Fehlen von bis zu 0,75 Litern Blut noch nicht kritisch (Zum Vergleich: Eine Blutspende entspricht etwa 0,5 Litern). Der Verlust von 1,5 Litern führt zu Durst- und Schwächegefühl, die Atmung beschleunigt sich, der Betroffene verspürt Angst (Schock-Gefahr). Ab 2 Litern Blutverlust fühlt man sich verwirrt, schwindelig und verliert schließlich das Bewusstsein. Durch die massive Reduzierung des Herzzeitvolumens folgt dann der Zusammenbruch der Blutkreislaufs.

Aus den vorgenannten Gründen können im Notfall leicht (sikernd) blutende Wunden zunächst vernachlässigt werden: Absolute Priorität haben stark blutendende Wunden und/oder offene Gefäße. Bei letzteren ist  es daher lebenswichtig, diese schnellstmöglich zu stillen um den rapiden Verlust großer Blutmengen zu verhindern (siehe weiter unten: "Der Druckverband").

Blutstillung, Schockbekämpfung (siehe auch weiter unten: Schock)

Im Notfall kann durch das Hochlagern verletzter Körperteile der Blutdruck an der Blutungsstelle vermindert werden. Üblicherweise wird ein Druckverband (siehe nachfolgend: „Druckverband“) auf der Wunde angelegt, welcher meistens ausreicht. Unter einer festen Umwickelung können Gaze-Polster aufgelegt werden, um den Druck zu erhöhen.

ACHTUNG: Das vollständige Abbinden von Körperteilen muß dabei unterbleiben (Druchblutungsstop = Absterben droht) - dem gegenüber steht das Prinzip des Druckverbands, der nur stellenweise Druck ausübt aber weiterhin die seitliche Durchblutung zuläßt! (siehe dazu auch nachfolgend Sinn und Funktion des Druckpolsters beim Druckverband)

In Ersthelfer-Kursen wurde früher oft das Zudrücken der Arterie körpernah vor der Blutung erörtert – davon wird jedoch inzwischen von Praktikern abgeraten, weil es nur theoretisch möglich, aber im Normalfall nur selten erfolgreich ist. Auch das zielgerichtete Abklemmen von Gefäßen ist nur selten möglich und wird ebenfalls von Praktikern nicht empfohlen.

Das Abbinden ist ein Mittel der letzten Wahl, das fast nie benötigt wird und von Ersthelfern auch nicht durchgeführt werden darf.

Druckverband:

Der Druckverband ist eine Erste Hilfe-Maßnahme, die bei einer stark blutenden Wunde durchgeführt wird. Das Stillen starker Blutungen hat höchste Priorität bei der Versorgung von Verletzten, da es bei großem Blutverlust schnell zu einem lebensbedrohlichen Schock kommen kann (siehe oben: „Vorüberlegungen zum Thema Blutungen“).

Bei starken Blutungen sollte das betroffene Körperteil hochgehalten werden. Dadurch wird die Durchblutung und damit der Blutverlust bereits etwas gemindert. Anschließend wird die Wunde mit einer Kompresse (siehe dazu auch: » Wozu braucht man ... ) oder notfalls mit einem sauberen Taschentuch o. ä. abgedeckt. Die Stillung der Blutung ist hier wichtiger als die Keimfreiheit. Bei starken Blutungen am Arm kann durch Druck mit den Fingerkuppen in die Muskellücke zwischen Bizeps und Trizeps an der Innenseite des Oberarms die Arterie abgedrückt werden, wodurch der Blutfluss für die Zeit des Verbindens unterbrochen wird.

Für den Druckverband an Armen oder Beinen wird ein fester, nicht saugfähiger Gegenstand (z. B. ein verpacktes Verbandpäckchen, eine aufgerollte Mullbinde), das sogenannte „Druckpolster“ auf die bereits abgedeckte Wunde gelegt und mit einer Mullbinde oder einem Tuch umwickelt (Abb. links: Druckpolster schwarz, Wundabdeckung grün). Der Verband sollte so starken Druck ausüben, dass die Blutung zum Stehen kommt. Wenn der erste Druckverband durchgeblutet ist, wird er nicht entfernt sondern über ihm ein weiterer angebracht usw. Das verletzte Körperteil sollte weiterhin hochgehalten werden, bis Hilfe eintrifft. Evtl. ist es sinnvoll, Datum und Uhrzeit auf dem Verband anzugeben.

Am Hals darf kein Druckverband angelegt werden, da die Atmung des Patienten und der Blutfluss zum Gehirn erheblich gestört werden.

Sinn und Funktion des Druckpolsters beim Druckverband:

Prinzipiell wäre es möglich, eine Blutung am Arm oder Bein auch ohne Druckpolster durch einen fest gewickelten Verband zu stillen. Dieser Verband würde aber das Körperteil rundum abschnüren und somit den venösen Blutfluss komplett absperren (Stauung) oder sogar den arteriellen Blutfluss komplett unterbinden (Abbindung). Die dadurch gestörte Durchblutung würde den Körperteil schädigen. Durch die Verwendung eines Druckpolsters wird der ausgeübte Druck auf die Wunde und auf die der Wunde gegenüberliegende Seite des Körperteils konzentriert. Daneben gibt es Bereiche unter dem Verband, auf die relativ wenig Druck ausgeübt wird. In diesen Bereichen soll der Blutfluss weiterhin möglich sein.

Ein in diesem Sinne erfolgreich angelegter Druckverband zeigt kein Durchbluten durch das Verbandmaterial, kein Anschwellen und keine Blaufärbung des betroffenen Körperteils (keine Stauung). Eine Pulskontrolle am Handgelenk bzw. am Fuß bestätigt, dass keine Abbindung hergestellt wurde.

Schema eines Druckverbandes: Grau dargestellt ist der Körperteil (Arm, Bein). Auf die rot dargestellte Wunde wird zunächst eine Wundauflage aufgelegt (grün dargestellt), dann wird das (blau dargestellte) Druckpolster genau darauf gelegt und mit der Mullbinde fest verbunden. 

Knochenbruch (Fraktur)

Der Knochenbruch wird durch den Ersthelfer weder eingerenkt noch gerichtet, es sollen keine unnötigen Schmerzen verursacht werden (Schock-Gefahr)! Der Verunglückte ist so wenig wie möglich zu bewegen oder zu transportieren. Man lagert ihn ruhig und stellt wenn nötig den Bruchbereich über die angrenzenden Gelenke hinaus mit geeignetem weichem Polstermaterial (z. B. zusammengerollte Decken, Dreiecktüchern aus dem Verbandkasten, Kleidungsstücke, Kissen, o. ä.) ruhig: Das gebrochene Körperteil wird mit dem Material vorsichtig umpolstert und ansonsten in der vorgefundenen Lage belassen. Weitere Manipulationen der Bruchstelle sind dem Rettungsdienst zu überlassen. Dieser sollte nach Abschluss der Soforthilfemaßnahmen alarmiert werden.

Bei den Erste Hilfe-Maßnahmen ist auf die aktuelle Position des Verletzen Rücksicht nehmen – er wird von sich aus eine Schonhaltung einnehmen – hierbei gilt es den Patienten zu unterstützen und zu entlasten. Die Lagerung sollte sicher und ausreichend geschützt vor Unterkühlung oder Überhitzung sein. Da bei der Fraktur großer Knochen oder mehrerer Knochen sowie eventueller Weichteilschäden oder innerer Verletzungen die Gefahr eines Schocks besteht, sollte der Verletzte nicht alleine gelassen werden. Bei der Lagerung ist darauf zu achten, dass im Falle eines Schocks genügend Platz für entsprechende Maßnahmen besteht.

Bei geschlossenen Brüchen kommt es häufig zu einer Schwellung. Um eine solche zu verhindern, sollte der Bereich des Knochenbruchs mit kalten Umschlägen o. Ä. vorsichtig gekühlt werden. Hierdurch können das Einbluten ins Gewebe reduziert und die Schmerzen des Betroffenen – beides ebenfalls Risikofaktoren für einen lebensbedrohlichen Schock – gelindert werden.

Durch offene Brüche verursachte blutende Wunden werden wie andere Blutungen auch versorgt (sterile Wundauflage aber kein Druckverband!). Hervorstehende Knochenteile sind dabei gegebenenfalls wie Fremdkörper zu behandeln, das heißt schonend und steril abdecken.

Weitere Versorgung des Knochenbruchs:

Nach der ruhigen Lagerung wird mit den weiteren Maßnahmen zur Versorgung des Patienten fortgefahren, wichtig ist dabei Überwachung auf Schock, Kontrolle der Vitalparameter (Atmung, Puls) in regelmäßigen Abständen, Versorgung von blutenden Wunden Erhaltung der Körperwärme (siehe Unterkühlung), zum Beispiel mit Hilfe einer Rettungsdecke oder Kleidungsstücken. DMS-Kontrolle (Durchblutung, Motorik, Sensorik) gegebenenfalls Stabilisierung der Körper- und Lebensfunktionen

Stabile Seitenlage:

Die stabile Seitenlage ist die Standardlagerung einer selbstständig atmenden bewusstseinsgetrübten oder bewusstlosen Person. Während durch den lebensrettenden Handgriff zunächst die Atemwege frei gemacht werden, dient die stabile Seitenlage darüber hinaus dem Zweck, eine versehentliche Einatmung von Flüssigkeit und Feststoffen, wie Speichel, Blut und Erbrochenem, zu verhindern. Dieser Aspekt ist wesentlich, da Bewusstseinsgestörte sich häufig unbemerkt erbrechen und infolge dessen oft an ihrem Erbrochenen ersticken.

Besondere Merkmale der „stabilen Seitenlage“ sind eine stabile Lagerung auf der Seite, ein überstreckter Kopf (= Atemwege frei!) und kein Druck auf den Brustkorb, der die Atmung beeinträchtigt.

Basismaßnahmen zur Widerbelebung (Reanimation)

Zu den sogenannten „Basismaßnahmen“ zählt auch, mittels eines Notrufes unverzüglich den Rettungsdienst anzufordern!

Die Basismaßnahmen dienen der Aufrechterhaltung eines minimalen Kreislaufes im Körper des Patienten mittels Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung oder Mund-zu-Nase-Beatmung. Sie sollen die Zeit bis zur Anwendung erweiterter Therapiemaßnahmen überbrücken, ohne dass lebenswichtige Organe des Patienten unwiderbringlich geschädigt werden. Dies betrifft vor allem das Gehirn, welches durch Sauerstoffmangel schon nach wenigen Minuten Schäden nimmt.

Der durch die Basismaßnahmen erzielbare Blutfluss entspricht nur etwa 30 % des gesunden Kreislaufes - deshalb ist der schnellstmögliche Einsatz professioneller Hilfe unbedingt erforderlich - vergessen Sie deshalb nicht, zusätzliche Hilfe  v o r  Beginn der Basismaßnahme anzufordern!

Nach Feststellung eines Atem-Kreislaufstillstands ist die Abfolge: 

  1. Herzdruckmassage (30x) - siehe weiter unten Herzdruckmassage“.
  2. Überstreckung des Kopfes und Beatmung (2x) - siehe weiter unten: Beatmung

(Bei Fachleuten setzt sich zunehmend die Erkenntniss durch, dass die Herzdruckmassage wirkungsvoller als die Beatmung ist.) 

Herzdruckmassage:

Abbildung links: Richtige Haltung für Herzdruckmassage: Ellenbogen durchgestreckt, Schultern senkrecht über Händen.

Bei der Herzdruckmassage wird das Herz durch Druck auf das Brustbein in Richtung Wirbelsäule gepresst. Dabei erhöht sich der Druck im Brustkorb und Blut wird aus dem Herzen in den Kreislauf ausgeworfen. In der Entlastungsphase füllt sich das Herz erneut mit Blut.

Als vorbereitende Maßnahme wird der Patient flach in Rückenlage auf einer harten Fläche gelagert und sein Brustkorb frei gemacht. Der Druckpunkt befindet sich in der Mitte des Brustkorbes auf dem Brustbein.

Das Brustbein wird 30-mal in Folge kurz und kräftig herunter gedrückt. Die Eindrucktiefe beträgt etwa vier bis fünf Zentimeter. Zwischen zwei Pumpstößen soll der Brustkorb komplett entlastet werden, damit sich das Herz wieder mit Blut füllen kann. Die angestrebte Frequenz der Herzdruckmassage liegt bei gut 100 Kompressionen pro Minute. Die richtige Körperhaltung erleichtert dem Helfer die Arbeit. Er kniet aufrecht neben dem Patienten, seine Schultern befinden sich senkrecht über dem Brustbein des Patienten. Der Helfer drückt rhythmisch mit dem Gewicht seines Oberkörpers, während seine Arme gestreckt und die Ellenbogen durchgedrückt sind. 

Beatmung

Die Beatmung ohne weitere Hilfsmittel erfolgt als Mund-zu-Nase- oder Mund-zu-Mund-Beatmung. Sicherer durchführbar ist die Mund-zu-Nase-Beatmung. Der Kopf des Betroffenen wird dabei überstreckt. Der Mund muss bei der Mund-zu-Nase-Beatmung, die Nase bei der Mund-zu-Mund-Beatmung verschlossen werden. Das Volumen ist richtig gewählt, wenn sich der Brustkorb sichtbar hebt. Die Beatmungsphase sollte jeweils etwa eine Sekunde betragen, die Beatmung wird sofort wiederholt.

Die Beatmung soll nicht mit zu großem Druck durchgeführt werden, da dem Opfer sonst das Einatmen von körpereigenen Sekreten (Speichel oder Mageninhalt) droht.

(Um die Hygiene zu verbessern und eventuell vorhandenen Ekel zu überwinden, gibt es verschiedene Beatmungshilfen wie Beatmungsfolien mit einem Filter und verschiedene Arten von Taschenmasken, deren Einsatz allerdings Übung erfordert. Wenn der Verdacht einer Vergiftung mit Kontaktgiften - z.B. Pflanzenschutzmitteln - besteht, sollte auf die Atemspende verzichtet werden. Wenn ein Laie sich eine Beatmung nicht zutraut, ist eine ununterbrochenen Herzdruckmassage für diesen eine akzeptable Alternative.)

Schock:

Oft wird das Leben von Unfallverletzten nicht durch die Verletzung selbst, z.B. einen Knochenbruch, sondern durch den dadurch ausgelösten Schock gefährdet. Auch wenn sich der Schock zunächst nicht so dramatisch und bedrohlich darstellt, befindet sich der Betroffene in Lebensgefahr und bedarf dringend Hilfe!

Ein Schock kann als sogenannter „neurogenen Schock“ bei Verkehrsunfällen (z. B. Schädel-Hirn-Trauma), nach starkem Blut- oder Flüssigkeitsverlust (z.B. infolge schwerer Verletzungen) oder auch beim Versagen der Kreislaufregulation in der Körperperipherie (z.B. bei Blutvergiftung oder allergischen Reaktionen) auftreten.

Symtome: Auffallende Blässe, fehlende „Wachheit“ (Daueraufmerksamkeit), kalter Schweiß, niedriger Blutdruck (< 90 mmHg) bei erhöhter Herzfrequenz, Angstzustände, Übelkeit, Schwindelanfälle.

Basismaßnahme: Atemwege freihalten, Patient vor Unterkühlung schützen (und, soweit des dem Ersthelfer möglich ist, Sauerstoff zuführen) und flach und mit angehobenen Beinen lagern (sogenannte Kopftief-Lagerung), um das Blut von den peripheren zu den zentralen venösen Blutgefäßen umzuverteilen.

ACHTUNG „kardiogener Schock“:

Der kardiogene Schock (z.B. als Folge eines Herzinfarktes) erfordert eine andere Behandlung als der „normale“ Schock:
Der Herzinfarkt-Patient wird hierbei nicht in liegender, sondern in sitzender Position gelagert, um das Herz zu entlasten!!

Zusätzliche Symtome eines Herzinfarktes (neben den oben beschriebenen Symtomen eines Schocks): Schmerz in der Brust - typisch ist ein starkes Druckgefühl hinter dem Brustbein oder ein Engegefühl im ganzen Brustkorb (als ob „jemand auf einem sitzen würde“) - der sich auf Schultern, Arme, Unterkiefer und Oberbauch ausbreiten kann, Herzrhythmusstörungen, Luftnot, Schweißausbrüche, Übelkeit und evtl. Erbrechen.

Verbrennung (Combustio)

Vorrangiges Ziel bei thermischen Hautschäden ist es, das Nachbrennen (in tiefere Hautschichten) zu verhindern. Neben der Sicherung der Vitalfunktionen (siehe oben) und der Rettung aus dem Gefahrenbereich ist die sofortige Kühlung der Brandverletzungen (z.B. mit Wasser) die entscheidende Erstmaßnahme.

Vergessen Sie die von Laien oft geführte Diskussion, welches Kühlmittel wohl am geeignetesten wäre - handeln Sie sofort und nutzen Sie das, was in der Situation am praktikabelsten ist: ob Wasser, Öl, ein Kühlbeutel, eine kalte Metallfläche oder was auch immer ... Die Hauptsache ist: es kühlt nachhaltig!

Neben der Verhinderung des „Nachbrennens“ wirkt die Kühlung schmerzlindernd (analgetisch) und vermindert die nach Verletzungen aller Art auftretenden Schwellungen. Die Kühlung muss mindestens über 10-15 Minuten erfolgen und sofort beginnen! Vorsicht: Bei Teil- oder Ganzkörperkühlung kann es dabei aber zur Unterkühlung des Patienten kommen (deshalb nicht zu kaltes Wasser verwenden).

Desweiteren soll der Patient soweit wie möglich entkleidet werden (auch um Zusatzverletzungen zu erkennen), anhaftende Kleidungsstücke müssen aber verbleiben! Eine sterile, nicht fusselnde Abdeckung der verbrannten Hautareale ist wichtig (günstig ist z.B. Metalinfolie, sie verursacht aber leider auf den Verbrennungsarealen zusätzlich Schmerzen), anschließend sollte der Patient in Decken eingehüllt werden, um ihn vor Unterkühlung zu schützen.

Brand-Patienten verlieren aufgrund der speziellen Verletzungsart in den ersten Stunden viel Flüssigkeit, deshalb wird entsprechende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr empfohlen.

Häufige Begleiterscheinungen: Bewusstslosigkeit, Schock (infolge starker Schmerzen und/oder Flüssigkeitsverlust), Barotrama (Druckschädigung der Ohren/Schwerhörigkeit) und Inhalationstrauma (Schädigung von Atemwegen durch die Inhalation von heißem Dampf und/oder giftigen Gasen).

Unterkühlung (Hypothermie)

Bei nur lokalen Kälteeinwirkungen kommt es zu Erfrierungen die nicht unbedingt lebensbedrohlich sein müssen. Bei Unfällen am Wasser oder im Gebirge sollte aber der Ersthelfer immer von einer lebensgefährlichen Unterkühlung des Patienten ausgehen. Die Rettung aus dem Gefahrenbereich hat schnell zu erfolgen, da der Patient weiter auskühlt. Grundsätzlich sollte der Patient möglichst nicht bewegt werden (z.B. mit einer Trage möglichst waagerecht von der Unfallstelle abtransportieren). 

Patient im Abwehrstadium:

Befindet sich der Patient noch im Abwehrstadium, dann kann die nasse Kleidung des Patienten vorsichtig entfernt werden, solange er zittert. Bei erhaltenem Bewusstsein: warme, gezuckerte Getränke verabreichen (kein Alkohol, Kaffee oder Schwarztee) und gemächliche Wiedererwärmung, z. B. mit einer Wärmflasche, veranlassen.

Patient im Erschöpfungsstadium / Bewusstlosigkeit:

Befindet sich der Patient bereits im Erschöpfungs- oder Lähmungsstadium dann darf dieser beim Entkleiden nicht bewegt werden (Kleidung mit Schere entfernen) und es dürfen ausschließlich langsame Aufwärmmaßnahmen am Rumpf unternommen werden. 

  • Falls bewusstlos: Stabile Seitenlage
  • Falls keine Atmung mehr vorhanden: Herz-Lungen-Wiederbelebung dann obige Punkte befolgen.

Achtung bei der Wiedererwärmug:

Ist der Temperaturunterschied zwischen Körperschale (dazu zählen die Extremitäten = Arme + Beine) und Körperkern zu groß, kommt es bei der Wiedererwärmung oder bei Bewegung des Patienten zum Temperaturausgleich und die Kerntemperatur kann weiter absinken (Afterdrop). Dies kann zum so genannten „Bergungstod“ führen. Die Erwärmung muss demnach sehr behutsam und langsam erfolgen, keinesfalls dürfen die Extemitäten massiert werden (um etwa dort die Duchblutung anzuregen).

Ursache: Bei Unterkühlung schützt der Körper sich selbst, in dem er die Duchblutung in den äußeren Körperregionen (der sogenannten „Körperschale“) reduziert um ausreichende Wärme für die Innenorgane zu reservieren. Zwangsläufig ist damit die Körperschale kühler als der „Körperkern“. Bei der Wiedererwärmung von außen wird dieser Körpereigene Schutz aufgehoben und das - möglicherweise noch viel zu kalte - Blut der Körperschale vermischt sich mit dem - gerade noch ausreichend warmen - Blut des Körperkerns und kann nachträglich trotz geeignet erscheinender Rettungsmaßnahmen zum Tod durch Unterkühlung führen!

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Quellen:
   
Roche Lexikon Medizin (roche online)
   
Deutsches Rotes Kreuz
   
Beiersdorf AG
   
Ärzte-Zeitung 
   
Anton Ernst Lafenthaler
  
Wikipedia
   Eigene Recherchen





 
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