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Wenn man falschen Kraftstoff getankt hat ...

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Passiert ist es schnell: In der Hektik am frühen Morgen greift man zur Zapfpistole und tankt voll. Beim Bezahlen kommt der Schock: Statt Super-Diesel schwappt jetzt Super Bleifrei im Tank. Und das Mädchen an der Tankstellenkasse zuckt bloß bedauernd mit den Schultern.

Ihnen bleibt nur eins: Der Griff zum Handy und der Anruf beim Abschleppdienst!

Fahren können und dürfen Sie mit Ihrem Auto nicht, zu groß ist die Gefahr, dass die Einspritzanlage durch den falschen Kraftstoff völlig zerstört wird. Dabei gilt die Regel: Je moderner das Auto, desto größer die Gefahr eines teuren Schadens.

Früher konnte man vielleicht noch mit Direkteinspritzer-Diesel trotz Benzin im Tank noch einige Kilomenter bis zum rettenden Heimathafen fahren (bitte nicht nachmachen!). Im Zeitalter von Common-Rail und Rußfilter ist so etwas aber völlig unmöglich. Ist das Auto in der Werkstatt, muss der falsche Kraftstoff abgepumpt und entsorgt, die Leitungen gespült und der Kraftstofffilter gewechselt werden. Die Kosten dafür liegen bei etwa 200 bis 300 Euro. Wird jedoch mit dem falschen Kraftstoff gefahren, kann die Rechnung deutlich höher ausfallen: 3.000 Euro für eine neue Einspritzanlage nebst Zylinderkopf und Einbau sind schnell erreicht.

Fast völlig problemlos verläuft so ein Missgeschick hingegen bei alten Vorkammer-Dieseln à la 200 D oder Golf II Diesel. Hier schrieb der Hersteller für den Winterbetrieb sogar die Beimischung von Normalbenzin vor, um die Fließfähigkeit des Kraftstoffes zu sichern. So ändern sich die Zeiten.

Der umgekehrte Fall ist übrigens genau so schnell passiert: Die sehr ähnlichen Beschriftungen der Zapfpistolen generieren geradezu "Fehlgriffe" - und schon ist statt Super-Benzin Super-Diesel im Tank des Autos mit dem hochdrehenden Einspritz-Benzinmotor.

Es kann einige Zeit dauern, bis man die Verwechslung bemerkt; von der Tankstelle ist man meistens schon runter, bevor sich die ersten Ruckler einstellen: Zunächst wird noch Benzin in die Brennräume gespritzt; dessen Dieselanteil erhöht sich kontinuierlich, und irgendwann kommt nur noch weißer Rauch aus dem Auspuff, weil der Motor den ungewohnten Treibstoff nicht verträgt und weitgehend unverbrannt ins Freie spuckt. Dabei passiert das Abgas natürlich den Katalysator und sättigt dessen mit Platin beschichteten Keramikkörper mit unverbranntem Diesel. Um einen Abschleppwagen wird man spätestens jetzt nicht mehr herumkommen, professionelle Hilfe ist das Mittel der Wahl. In der Werkstatt wird man mehr oder weniger aufwendig reparieren: Abpumpen und Entsorgen des falschen Kraftstoffes, Wechseln des Kraftstofffilters, Spülen der Kraftstoff- und Einspritzleitungen.

Der anschließende Fahrversuch zeigt, ob es Folgeschäden gegeben hat (die allerdings seltener und vor allem nicht so kostspielig sind wie beim Dieselmotor). Interessant ist dabei das Verhalten des Katalysators: Übersteht er das "Freibrennen" im laufenden Betrieb oder überhitzt er und zerstört sich dabei selbst? Hier liegen die Chancen bei 50:50. Die nächste Abgasuntersuchung wird das Ergebnis bringen ...

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