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Die Folgen für uns ... 

Dresden, den 12. August 2002 (KH)

Da meine Firma am jetzigen unmittelbaren Flusslauf der Weißeritz liegt, war es eine Frage der Zeit wann diese Flutwelle unsere Firma erreichen würde. Keine Warnung, keine Meldung, kein Hinweis nichts. Die sonst so auch von uns geforderte Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden, war null.

         

Die Weisseritz: ein kleiner Bach, der normalerweise ganz friedlich durch den Stadtteil Löbtau plätschert
entwickelte sich plötzlich zu einem regelrechten Monster (Foto EJM/KH: Brücke Kesselsdorfer-Str.)

Am Abend, als ich die Firma verließ, hörte es jedoch nicht auf. In der Nacht so gegen 21.00 Uhr rief mich eine Disponentin an, dass das Wasser langsam steige und der Eingangsbereich, Stufe um Stufe mehr unter Wasser stand.

Gegen 23.00 Uhr erreichte mich der nächste Anruf, dass Wasser lief in die Firmenräume. Es gab nur eine Chance, alle Geräte, alle greifbaren Einrichtungen, Unterlagen usw. in die erste Etage zu schaffen.

Und dann kam die Flutwelle, eine Flutwelle nicht von der Elbe ausgelöst, sondern eben von dieser Weisseritz, diesem kleinem Nebenfluß, welcher in 30 Meter Abstand an der Firma vorbeifließt. Dieser kleine Bach, normalerweise vielleicht 50 cm tief, schwoll zu einer Flut von mind. 4-5 Metern Höhe und nicht zu ersehender Breite an. Diese Flut knallte mit voller Wucht durch die Löbtauerstrasse und auch durch unsere Firma.

... ein alles-vernichtender Strom tobt durch die Straßen (Foto: KH)

Meine Mitarbeiter und unser treuer Hund Max retteten sich in den ersten Stock des Firmengebäudes und warteten auf Rettung. (Lesen Sie dazu auch den Bericht meiner Mitarbeiterin, Susanne Wallrabe, unter » "Susi im Hubschrauber!" )

In der Zwischenzeit, arbeitete aber unser gesamtes Einsatz-Team an einem anderen Firmenstandort weiter und nahm unzählige Notrufe entgegen. Kein einziger Mitarbeiter ging nach Hause, keiner zeigte Müdigkeit, alle wollten helfen und taten es auch.

Nur uns half keiner!

An diesen Tagen traten die Schwachstellen eines deutschen Katastrophenschutzes voll Tage. Die Polizei konnte sich nicht mit Einsatzkräften der Feuerwehr verständigen. Rettungswagen hatten keine Kommunikation zur Polizei. Fahrzeuge der Einsatzkräfte fuhren in die überschwemmten Gebiete und blieben stehen, weil sie für solch einen Einsatz überhaupt nicht ausgerüstet waren.

Blinkwinkel durch die Lärmschutz-Scheiben der Nossener Brücke, hinunter auf die Löbtauer-Straße. (Fotos: KH).
In dem Geschäftshaus gegenüber sind die Keller überflutet und das Erdgeschoss steht ca. 1
m unter Wasser.
Der rote Pfeil markiert die Einfahrt Hirschfelder-Straße und davor die Jet-Tankstelle.
... genau dort befindet sich auch unsere Firma! Vergrößerung: siehe unten.

Die Luftfilter der meisten Rettungs-Fahrzeuge waren in Höhe der unteren Karosserie angebracht, folglich kam das Wasser in die Motoren und die Wagen bieben einfach stehen. Somit wurde das Chaos immer größer. Niemand war in der in der Lage oder wollte helfen, unsere beiden Mitarbeiter aus dem Firmengebäude zu befreien. Eigene Versuche mit einem Abschleppwagen und 300 Meter Seil scheiterten: wir wären dabei selbst beinahe in den unvorstellbaren Wassermassen ertrunken!

Erst am 14.August 2002 gelang es mir einen Hubschrauber privat zu chartern der unsere Mitarbeiter und unseren Max über die Dachluke der Firma evakuierte.

(Foto: KH) Ein Rettungshubschrauber evakuiert meine Mitarbeiter über das Dach.

Die Arbeit unserer eigenen Einsatzfahrzeuge lief trotz allem weiter. Die Einsatzzeiten waren teilweise extrem weil keine Strasse in Dresden befahrbar war. Dazu kam, dass der AUTO CLUB EUROP noch besondere und in dieser Situation völlig dem Ereignis widersprechende Ideen hatte. So erreichte uns von deren Führungsetage z.B. die Anweisung, dass alle Mitglieder dieses Autoclubs die Hilfe ersteinmal selbst bezahlen sollten und dann würde entschieden, wie die Erstattung dieser Kosten erfolgen soll. In solch einer Situation eine ruhmvolle Entscheidung! Wenn wir uns an diese Anweisung gehalten hätten, dann hätten wir - zu allem Übel und Chaos - auch noch Diskussionen mit den Kunden vor Ort gehabt und wären Einsätze gefahren, welche nicht bezahlt worden wären. Nach einer drei stündigen Diskussion mit den Offiziellen des ACE wurde diese unsinnige Entscheidung dann doch noch zurückgenommen.

Viele andere Hilfeleistungen wurden von uns zusätzlich erledigt:

  • Schlauchboote der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. wurden transportiert.
  • Sandsäcke wurden an verschieden Bestimmungsorte gebracht.
  • ca. 800 Kunden wurde mit Ihren Fahrzeugen geholfen.

... eigentlich alles nicht machbar, aber es wurde von uns realisiert!

 





 
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